KLASSIKER RADTOUR

WEST-BERLIN RADTOUR 60er, 70er, 80er

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Geführte Radtour in Berlin von URBAN BIKE TOURS zu den Wurzeln West-Berlins der 60er, 70er, 80er Jahre. Die gesellschaftspolitischen und künstlerischen Einflüsse, die aus dem besonderen Berliner Lebensgefühl in den letzten Jahrzehnten entstanden, waren und sind vielfältig. Viel von dem, was in der „Mauerstadt“ seinen Anfang nahm, profitierte von der kreativen, experimentierfreudigen und auch toleranten Atmosphäre Berlins; vom Regenbogenkiez bis zu den „Kebabträumen in der Mauerstadt“, von Studentenprotesten über die „Bewegung 2.Juni“ bis hin zur „Alternativen Liste“, von Heroin bis Extasy, von NDW, „Geile Tiere“ und die „Neuen Wilden“, von Techno, Love Parade bis hin zu „Clärchens Ballhaus“. Diese geführte Radtour von URBAN BIKE TOURS umfasst alle wichtigen West-Berliner Schauplätze der 60er, 70er und 80er Jahre.

Dauer ca. 3h
Preis 25 € + 10 € Fahrrad
Distanz ca. 29 km (Politik Tour), ca. 16 km (Kunst Tour)
Startort URBAN BIKE TOURS Store in Berlin-Mitte / Prenzlauer Berg / Kastanienallee 55 oder nach Vereinbarung
Startzeit ab 10:00 Uhr nach Vereinbarung
Info auch als private Radtour buchbar. Voranmeldung erforderlich!
Sprachen deutsch und englisch, nach Vereinbarung sind auch Touren in französisch, spanisch und italienisch möglich
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RADTOUR BESCHREIBUNG
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Berlin steht schon lange für ein besonderes Lebensgefühl und für eine ganz spezielle Atmosphäre – tolerant und weltoffen, kreativ, innovativ und immer auch ein bisschen schräger als gewöhnlich. Schon während der verruchten Goldenen Zwanziger strahlte Berlin mit seinen Theaterbühnen, den zahllosen Kabarett- und Revuetheatern und der aufstrebenden Filmindustrie weit über Deutschlands Grenzen hinaus; die amüsierwütige und libertäre Atmosphäre der Stadt, erste schwule Kneipen waren schon um 1900 entstanden, zog Menschen aus allen Ländern an, „Come to the Cabaret, oh John, come to the Cabaret…“. Der Nationalsozialismus setzte dem „Tanz auf dem Vulkan“ schließlich ein jähes Ende.

Dass sich dann das Leben und Lebensgefühl in Westberlin nach ´45 anders als im restlichen Deutschland entwickeln sollte, hatte eine Menge Gründe. Die Situation der „Insel im roten Meer“ machte die Stadt zu einer Mischung aus Reservat und Biotop; der entmilitarisierte Status der Stadt, der viele freie Geister anzog, die nicht der Bundeswehr in Westdeutschland dienen wollten; die „Berlin-Zulage“ und weitere finanzielle Verlockungen, die ein Leben abseits des Karrieredenkens in Westdeutschland ermöglichten und zu einer Melange verschiedenster Kulturen beitrug; der „Kalte Krieg“ und die direkte Konfrontation zweier unterschiedlicher politischer Systeme, befeuert von einer stramm antikommunistischen Presse, die gerade in der „Frontstadt“ zu einer besonderen Dynamik zwischen der „alten“ und der „neuen“ Generation führte und sich etwa in den Studentenunruhen der 60er Jahre entlud; eine allgemeine staats- und kapitalismuskritische Einstellung gegenüber der politischen Situation im Westen, die einerseits eine politische Stadtguerilla entstehen ließ, andererseits auch zu gemäßigteren Alternativen führte; durch die dem westdeutschen „Wirtschaftswunder“ hinterher hinkende wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, die Raum und gerade auch Räume für eine ausgeprägte kulturelle Neugier und Experimentierfreude ließ.

Die Situation in (West-) Berlin wirkte bis weit über den Mauerfall hinaus wie ein Katalysator für gesellschafts- und kulturpolitische Entwicklungen, die bald weit über die Grenzen von Restdeutschland und Europa ausstrahlten.

Eine spannende geführte Radtour, die sich auf Grund der einzigartigen deutschen Geschichte und den persönlichen Erlebnissen unser Guides, die als Zeitzeugen in Berlin erlebt haben. Besonders gut für Schulklassen geeignet.

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN

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Geführte Fahrradtour mit Schwerpunkt Politik:
Flughafen Tempelhof („Luftbrücke“), Rathaus Schöneberg (JFK / Schahbesuch und Jubelperser), Kommune 1 (Stuttgarter Platz), Republikanischer Club, Wielandstrasse 27 (APO), Joachim-Friedrich-Strasse (Dutschke Attentat), Deutsche Oper/ Krumme Strasse (Benno Ohnesorg/ Bewegung 2. Juni), JVA Moabit / Lehrter Strasse (Knastbefreiung), Haus Schwarzenberg („kleines gallisches Dorf“ gegen die Gentrifizierung Berlins), Checkpoint Charlie, Springer Hochhaus

Radtour mit Schwerpunkt Kunst
Hansa Studios, UFA-Fabrik (damals und heute), Risiko/Ex´n Pop/Slumberland (Punk/NDW) schwulesbisches Berlin (Eldorado, Regenbogenkiez, Topp-Keller Schwerinstraße, Anderes Ufer), Cafe Swing, Cafe M (NDW /Berlin Musik), Fischlabor (Techno), Stachelschweine, Wolfgang Neuss und Kabarett (Charlottenburg), Love Parade (17.Juni), Berliner Ensemble, Volksbühne.