Kräuterzucht auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses Wertheim


Auf einer Brachfläche am Moritzplatz in Kreuzberg befinden sich die Prinzessinnengärten. Hier treffen sich seit 2009 Kreuzberger und andere Hippies zum gärtnern und geselligen Austausch. Die Kooperative Nomadisch Grün entwickelte hier ein temporäres Projekt der landwirtschaftlichen Nutzung. Jahrzehntelang lag das Areal ungenutzt brach. Nun werden hier, wo vor dem Krieg das Kaufhaus Wertheim stand, Kräuter und Gemüse angebaut. Direkt unter dem Platz verläuft die U8. In den 1920er Jahren verband die U-Bahn mehrere Kaufhäuser mit teils eigenen U-Bahneingängen und war damit Ausdruck von Mobilität und Urbanität in der damaligen Zeit – was für ein Kontrast zu heute!

Nachkriegszeit und Mauerfall


Nach der Zerstörung der Stadt und der Teilung Berlins geriet die Gegend um den Moritzplatz vom Stadtzentrum in die Peripherie West-Berlins. Kreuzberg wurde zum Rückzugsort für junge Leute mit alternativen Lebensentwürfen. Nach dem Mauerfall tat sich an diesem einst zentralen und geschäftigen Berliner Ort lange erst einmal nichts. Erst mit dem Boom Berlins in der letzten Dekade, rückte auch das Grundstück wieder ins öffentliche Interesse.

Berlin boomt!


Die Umgebung des Moritzplatzes erinnert mit seiner Mischung aus Brachen und Gewerbe auch heute noch zuweilen an Detroit, die unheimliche Hauptstadt des Urban Gardening. Doch im Gegensatz zu Detroit boomt Berlin heute. Das ist am auch hier unübersehbar. Auf dem Grundstück gegenüber hat sich der Aufbau Verlag mit einem architektonisch markanten Neubau ein neues Domizil geschaffen.

Die Zukunft der Prinzessinnengärten


Mittlerweile hat sich der Moritzplatz und seine Umgebung zum Hotspot der Berliner Startup Szene entwickelt. Mit dem Aufschwung Berlins wird die Zukunft der Prinzessinnengärten ungewiss. Die explodierenden Grundstückspreise machen das Areal interessant für Investoren. Bislang halten die Prinzessinnengärten dem Druck des Immobilienmarktes stand. Wie lange hier noch in mobilen Behältnissen gegärtnert werden kann ist unklar. Wer dieses besondere urbane Projekt bestaunen und genießen möchte, sollte daher keine Zeit verlieren und die Gärten bei seiner nächsten Berlin Tour unbedingt einplanen.

Für weitere Informationen: prinzessinnengarten.net